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Havas Media Corona Monitor 6. Welle – Lust auf Ablenkung – aber Lockerungen bringen noch keinen Ansturm auf lokale Geschäfte

Der Havas Media Corona Monitor untersucht wöchentlich mit einer repräsentativen Onlinebefragung inwieweit sich das Medienverhalten sowie vom Virus betroffene Lebensbereiche in der Corona-Krise verändern. Auch die 6. Welle bringt neue und interessante Erkenntnisse.

Die Mediennutzung ist ungebrochen hoch –noch immer signifikant höher als vor Corona. Besonders die Gruppe der unter 30-Jährigen zeigt starke Zuwächse in der Mediennutzung. Allerdings sinkt das dominierende Interesse an Corona und die Menschen wünschen sich Ablenkung durch andere Themen. Die Initiative der Medienpartner für die Bundesliga wird entsprechend sehr positiv aufgenommen.

Der Trend zu Onlineshopping bleibt. Der Ansturm auf die Geschäfte blieb trotz der Lockerungen den Ergebnissen zufolge jedoch bisher aus. Die Skepsis in Bezug auf die Lockerungen scheint zu wirken. Die Ergebnisse für die jüngere Generation zeigen jedoch, dass hier das Verlangen nach Reisen & Bummeln enorm ist.

Arbeitgeber haben gehandelt. Maßnahmen werden und wurden getroffen und der Großteil der Arbeitnehmer –noch im Homeoffice –zeigt sich zufrieden damit.

Und wird der Mensch nach Corona besser? Unsere Befragten sind sicher, dass sie nach Corona einen feineren Blick auf das Wesentliche haben. Größere Verhaltensveränderungen –beispielsweise in Bezug auf Geschäftsreisen –zeigen die Ergebnisse jedoch nicht. 

 

Frankfurt, 5. Mai 2020:

Der Havas Media Corona Monitor untersucht in wöchentlichen Befragungswellen wie sich das Verhalten und die Stimmung der Deutschen verändert – sowohl in Bezug auf ihr Mediennutzungsverhalten als auch auf das alltägliche Konsumverhalten und die Stimmung der Bevölkerung. Befragt werden jeweils 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung mit respondi. Die sechste Befragungswelle erfolgte vom 27. bis zum 29. April.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Kernererkenntnisse der sechsten Befragungswelle.

Mediennutzung auf hohem Niveau leicht rückläufig – Interesse an Corona sinkt

Auch in Woche 6 des Corona Monitors liegt eine deutlich erhöhte Mediennutzung gegenüber der Zeit vor der Krise vor. Allerdings ist diese wie in der Vorwoche für die meisten Kanäle leicht rückläufig. Vor allem scheint das Interesse an Neuigkeiten zur Krise selbst zu sinken. Während am Anfang der Krise 17 Prozent angaben, sich stündlich zu informieren, ist dieser Wert nun auf 2 Prozent gesunken und der Mehrheit genügt 1-2 Mal am Tag. 19 Prozent informieren sich noch seltener und 4 Prozent versuchen Informationen zu Corona zu vermeiden.

U30 mit überproportionalem Anstieg und der Suche nach Unterhaltung

Vor allem die Gruppe der unter 30-jährigen verzeichnet einen starken Anstieg der Mediennutzung in allen Kanälen, da sie von der Einschränkung eines sozial aktiven Lebensstils stark betroffen ist. Hier wird verstärkt Unterhaltung durch Streaming, Social Media, Computerspiele oder Datingportale gesucht. Während die Gesamtbevölkerung sich in erster Linie wieder auf das Treffen mit Freunden und Familie freut, sehnt sich die U30-Gruppe überproportional nach Reisen (55%), Stadtbummel (39%), dem Fitnessstudio (39%) und auch dem Büro (26%).

Wenig Vertrauen in News durch soziale Medien

Auch die Nutzung von sozialen Medien ist während der Krise stark angestiegen. Allerdings ist die Nutzung auch hier im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Nachrichten über die sozialen Kanäle werden skeptisch betrachtet und nur 24 Prozent vertrauen diesen. Bei den jüngeren 14-29-jährigen liegt das Vertrauen mit 38 Prozent deutlich höher als bei den Ü30-jährigen mit nur 20 Prozent.

Ablenkung von Corona erwünscht – auch in der Werbung

Nach wie vor wünschen sich die Menschen eine objektive Berichterstattung über Corona (31%), aber auch Ablenkung/was Positives (12%), nicht über Corona (11%) und weniger Panikmache (8%) sind gewünscht. 45% wünschen sich auch in der Werbung Normalität und die Unterstützung für Werbung mit Corona-Bezug sinkt im Vergleich zur Vorwoche von 19% auf 12%.

Unterstützung für die Bundesliga

Fast alle Medienpartner der DFL haben sich kürzlich geeinigt, Vorauszahlungen für die Clubs zu leisten, damit diese nicht Pleite gehen. 68 Prozent der Bundesliga-Zuschauer haben von dieser Initiative gehört und befürworten diese. 29 Prozent würden ihre bereits erworbenen Tickets spenden oder eine Entschädigung in Form eines Gutscheins erwarten (36%). 35 Prozent erwarten ihr Geld zurück.

Das Leben wird digitaler

Die letzten 6 Wochen haben das Leben der Menschen digitalisiert. Die Zeit zu Hause hat Menschen dazu geführt, die Möglichkeiten des digitalen Lebens stärker für sich zu nutzen. Sowohl bei Streaming, Online-Shopping, Kommunikation als auch bei Bank/ Börsengeschäften oder Lieferservice ist die Nutzung gegenüber dem Anfang der Krise stark angestiegen. 88 Prozent glauben, dass Online-Shopping auch in Zukunft wichtig bleibt. Auch Online-Events wurden durch Corona stärker genutzt. 27 Prozent haben bereits ein Online-Event besucht wobei vor allem Weiterbildung, Konzerte und Fitness am beliebtesten sind. Auch digitales Lernen schreitet voran. 68 Prozent der Schüler sind technisch gut ausgestattet und können problemlos am digitalen Unterricht teilnehmen. Von den Azubis halten nur 28 Prozent ihre Ausbildungsstätte für gut vorbereitet auf die Arbeit mit digitalen Medien.

Das Hamstern hat ein Ende

40 Prozent der Befragten räumen ein, während der Krise gehamstert zu haben. Vor allem bei Drogeriebedarf (67%), Reis/Nudeln (51%), Konserven (49%) als auch Getränken (35%) wurde gehamstert. Allerdings kaufen nur noch 12 Prozent der Menschen immer noch mehr ein als vor der Krise und 57 Prozent gehen bereits wieder an die aufgebauten Vorräte.

Noch kein Ansturm auf lokale Geschäfte

Trotz der Lust auf Stadtbummel blieb der Ansturm auf die Geschäfte nach den ersten Lockerungen aus. 63 Prozent waren bisher immer noch nicht in einem stationären Laden. Auch gibt es Anzeichen von steigender Kaufzurückhaltung: so steigt der Anteil der Käufer, die bspw. den Kauf von Kleidung bis nach der Krise aufschieben wollen innerhalb von 2 Wochen von 22% auf 31%. Beim Autokauf stieg hingegen der Anteil der Menschen, die auch während der Krise kaufen würden von 17% auf 25%. 45 Prozent der Befragten würden eine staatliche Unterstützung als Grund für einen Autokauf sehen. Nach der Krise möchten stolze 72 Prozent darauf achten, lokale Händler und regionale Produkte stärker zu unterstützen.

Home Office ist angekommen

Vielen Menschen hat die Krise erstmalig die Arbeit im Home Office nähergebracht. Aktuell ist der Anteil der Menschen im Home Office bei 49 Prozent stabil. 88 Prozent der Arbeitgeber der Befragten haben durch Corona Maßnahmen wie Hygieneregeln, Home Office, virtuelle Meetings oder Maskenpflicht ergriffen. 64 Prozent der Befragten sind mit den Maßnahmen der Arbeitgeber zufrieden und nur 13 Prozent nicht.

Mehr Verantwortungsbewusstsein wird bleiben

48 Prozent geben an, nach der Krise weiterhin die kleinen Dinger stärker zu schätzen. Auch Freunde und Familie und die Umwelt sowie systemrelevante Berufe werden stärker geschätzt werden. Eine Verhaltensänderung bzgl. Reisen wird von Befragten hingegen nicht erwartet.

 

HAVAS MEDIA CORONA MONITOR WELLE 6 

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