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Havas Media Corona Monitor 7. Welle: Trotz Lockerungen und geöffneten Geschäften halten die Deutschen am Online Shopping fest

Der Havas Media Corona Monitor untersucht wöchentlich mit einer repräsentativen Onlinebefragung inwieweit sich das Medienverhalten sowie vom Virus betroffene Lebensbereiche in der Corona-Krise verändern. Die 7. Welle zeigt, dass wir langsam auf dem Weg in die Normalität sind. Die Rückkehr aus dem Homeoffice hat begonnen und endlich überwiegt Freude der Skepsis in Bezug auf die Lockerungen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und brauchte wohl erst seine Zeit, um sich nach den strengen Regeln wieder an die alten Freiheiten zu gewöhnen. Der Plan steht: alle wollen jetzt raus, zurück in die Läden und Fitnessstudios. Auch der Pessimismus in Bezug auf Urlaubsreisen ist gewichen, Deutschland als Reiseland macht Hoffnung.

Bis dahin suchen besonders Jüngere Ablenkung in den Medien als Ersatz für die ausgefallenen Wochenendaktivitäten. Shows und Serien stehen im Fokus. Medien scheinen für diese Zielgruppe jedoch mehr als nur Ablenkung zu sein: junge Menschen sagen, dass Medien seit Corona für sie persönlich an Bedeutung gewonnen haben.

Bedeutungsgewinn auch bei neuen Alltagshelfern: Die Befragten zeigen nicht nur größeres Interesse an Onlineshopping, es ist für sie auch persönlich wichtiger geworden. Gleiches gilt für Versandunternehmen und Lieferdienste, die wohl vor Corona weniger zu den „Meaningful Brands“ gehörten.

Frankfurt, 11. Mai 2020:

Der Havas Media Corona Monitor untersucht in wöchentlichen Befragungswellen wie sich das Verhalten und die Stimmung der Deutschen verändert – sowohl in Bezug auf ihr Mediennutzungsverhalten als auch auf das alltägliche Konsumverhalten und die Stimmung der Bevölkerung. Befragt werden jeweils 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung durch respondi. Die siebte Befragungswelle erfolgte vom 5. bis zum 7. Mai.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Kernererkenntnisse der siebten Befragungswelle:

Bewegtbild statt Bewegung

Der 1. Mai ist wohl traditionell für viele ein Tag der Bewegung geprägt von Fahrradtouren, Spaziergängen und Restaurantbesuchen. In diesem Jahr heißt es aber, Bewegtbild statt Bewegung. Schuld war nicht nur das Wetter, sondern auch Corona. Die Nutzung von TV, Streaming und Internet verzeichnet nach dem langen Wochenende wieder Anstiege.
Eine intensivere Nutzung liegt vor allem bei den Jungen vor: Streaming, Internet, Social Media und auch Gaming bieten Ablenkung als Ersatz für die ausgefallenen Wochenendaktivitäten. Die Spitzenreiter im TV sind zwar vor allem Shows, generell geben 41 Prozent der 14-29 Jährigen aber an, dass sie seit Corona andauernd News schauen. Für knapp die Hälfte der Befragten (47%) sind Medien heute außerdem viel wichtiger als noch vor der Krise.

Shoppinglaune trotz Existenzängsten bei Kurzarbeitern

Ein Fünftel der Befragten befindet sich aktuell in Kurzarbeit. Kurzarbeiter vertreiben Zeit mit Medien: 52 Prozent der befragten Kurzarbeiter haben in der letzten Woche deutlich mehr im Internet gesurft und waren in Social Media aktiv. Zum Vergleich: Unter allen Befragten lag dieser Wert bei 43 Prozent. Darüber hinaus kommen vor allem Fernsehen (50%) und Streaming (47%) zum Einsatz, um die Zeit zu vertreiben, die sonst für das Arbeiten genutzt werden würde.
Die Mediennutzung ist in Kurzarbeit aber nicht nur intensiver, sondern es wird auch anders konsumiert. 47% der befragten Kurzarbeiter geben an, dass sie im TV zurzeit mehr zuhören als sonst. Außerdem sind die Medien für die Hälfte der Kurzarbeiter heute viel wichtiger als noch vor der Krise.
Die Hälfte der befragten Kurzarbeiter klagt über Existenzängste. So freuen sie sich deutlich mehr darauf, wieder ins Büro gehen zu können als die Befragten, die weiterhin normal arbeiten (43% vs. 35%). Aber trotz geringerem Einkommen in der Krise sind 31 Prozent weiterhin in Shoppinglaune und planen in den nächsten Tagen bummeln zu gehen – im Gegensatz zu nur 21 Prozent der Befragten, die nicht in Kurzarbeit sind.

Autokinos werden immer beliebter

Dass kreative Ideen und Lösungsansätze zur top Idee in der Krisenzeit werden können zeigt der steigende Erfolg von Autokinos. Während diese mittlerweile sogar für Konzerte zweckentfremdet werden, erfreuen sich Filme am Abend unter Sternenhimmel zunehmender Beliebtheit. Der Anteil der Befragten, die in den letzten Wochen im Autokino waren, stieg in den letzten zwei Wochen um 70 Prozent. Die Kinoleinwand unter freiem Himmel im sicheren Schutz des eigenen Autos bleibt dabei eine top Aktivität für Familien: 27 Prozent waren in der Corona-Zeit im Autokino, in der 5. Befragungswelle waren es noch 19 Prozent. Aber auch der Anteil von Besuchern ohne Kinder hat sich in den letzten zwei Wochen von 5 Prozent auf 10 Prozent verdoppelt.

Onlineshopping statt Bummeln trotz Lockerungen

Virtuelles Shopping bleibt wichtig – auch wenn nach und nach Corona Lockerungen umgesetzt werden und der stationäre Handel wieder seine Türen öffnet. Die Prognose ist seit Wochen auf konstant hohem Niveau und 89 Prozent der Befragten glauben, dass Online-Shopping auch noch in nächster Zeit stark an Bedeutung zunehmen wird.
Shoppinggarant #1 bleibt weiterhin Kleidung – sowohl online als auch offline. Zwei Drittel der 14-29 Jährigen hat in der letzten Wochen Kleidung online eingekauft und auch Offline stehen Fashion Stores im Visier: Nach dem Baumarkt, liegen Bekleidungsgeschäfte sowohl auf Rang 2 der bereits besuchten Geschäfte als auch geplanten zukünftigen Besuche. Darauffolgen Elektromärkte, Buchläden und Schuhgeschäfte.
Während sich die einen über die Lockerungen und damit mögliche Bummel durch Geschäfte freuen, klagen die nächsten bereits über lange Schlangen von Geschäften und stark eingeschränkten Einkaufserlebnissen aufgrund der Corona Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. So genießen Onlineshops die höchste Bedeutung in der Krise, gefolgt von der Post und anderen Versandunternehmen, Lieferservices und Supermärkten. Vor Corona gehörten diese wohl eher weniger zu den „Meaningful Brands“.
58 Prozent geben an, bisher auf den Besuch des stationären Handels verzichtet zu haben. Knapp die Hälfte (46%) plant auch innerhalb der nächsten zwei Wochen nicht in Geschäften einkaufen gehen zu wollen. Zwei Drittel sehen dazu einfach keinen Einlass und 19 Prozent geben an alles online bestellen zu können. 30 Prozent der Nicht-Shopper stört die notwendige Maske. Nur 16 Prozent möchten in der weiterhin unklaren Situation kein Geld ausgeben oder haben Angst, sich anzustecken.

Neuer Normalzustand im Lebensmitteleinzelhandel

Eingekauft wird immer noch mit Zurückhaltung, aber Entspannung ist in Sicht. Die Deutschen gehen wieder öfter pro Woche im Supermarkt einkaufen. Auch der Anteil der Befragten, die ihren gesamten Wocheneinkauf an einem Tag erledigen sinkt erstmals wieder um 11 Prozent auf das Niveau von Woche 3 – was allerdings immer noch ein Plus von 58 Prozent im Vergleich zum „Normalzustand“ bedeutet. Auch wenn wieder öfter eingekauft wird, bleibt die durchschnittliche Anzahl der aufgesuchten Einkaufsstätten seit Woche drei konstant niedrig bei 2,6 im Vergleich zu 4,4 in einer normalen Woche.

Glücksspiel in Corona-Zeiten

Treibt die Krise das Glückspiel an? Während die Ausnahmesituation zahlreiche Auswirkungen hat, verändert sie zumindest die Glücksspielgewohnheiten kaum. Ein Großteil der Befragten bleibt dem Glücksspiel weiterhin fern: nur 3 Prozent haben sich während Corona überhaupt zum ersten Mal im Glücksspiel probiert. Bei den regelmäßigen Spielern haben auch Kurzarbeit, Existenzängste und die Isolation keine Veränderung hervorgerufen: 99 Prozent derjenigen, die vor Corona regelmäßig gespielt haben, haben das auch während Corona gemacht. Bei den „Hin und wieder“ Spielern herrscht im Gegensatz eher Zurückhaltung: 47 Prozent derjenigen, die vor Corona hin und wieder an Glücksspielen teilgenommen haben, haben das auch während der Krise gemacht.

Rückkehr ins Büro – langsam und mit Vorsicht

Mit kleinen Schritten kehren die Befragten zurück ins Büro. Im Vergleich zur Vorwoche hat ca. jeder 10 Befragte seinen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden wieder gegen den Büroschreibtisch getauscht. 24 Prozent sind bereits komplett oder zumindest teilweise ins Büro zurückgekehrt. Davon sind über die Hälfte mit dem Rückholplan ihres Arbeitgebers zufrieden. Zwei Drittel der Befragten tappen aber noch im Dunkeln: für sie gibt es noch keine konkreten Planungen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz. Home Office ist für viele auch in Zukunft denkbar: 68 Prozent werden auch nach der Corona Krise häufiger im Home Office arbeiten als zuvor. Überzeugt hat das Arbeiten von zu Hause in der Krisenzeit vor allem die Befragten, die vorher nur hin und wieder oder noch nie von zu Hause gearbeitet haben (Steigerung um 78% bzw. 67% im Vergleich zur 4. Befragungswelle).

Endlich Freude über Lockerungen

Nach anfänglicher Skepsis herrscht endlich Freude über die Lockerungen und alle wollen raus. Der Anteil der Befragten, die die Lockerungen sehr skeptisch sehen und weiterhin zu Hause bleiben wollen ist nach der ersten Testphase in den letzten zwei Wochen um 17 Prozent gesunken. Jeder Vierte hat seine Meinung in dieser Zeit geändert und freut sich nun doch über die Lockerungen und möchte das Haus definitiv wieder häufiger verlassen.

Die Reisehoffnung hält wieder Einzug in Deutschland

Die Deutschen sind Reiseweltmeister – kein Wunder, dass nun langsam doch die Reisehoffnung zurückkehrt. Insbesondere bei Deutschlandreisen herrscht wieder mehr Optimismus. Letzte Woche waren noch 41 Prozent der Befragten Urlauber davon überzeigt, dass der bereits gebuchte Urlaub in Deutschland nicht stattfinden kann. Nun sind es nur noch 27 Prozent. Auch in Bezug auf eine Reise innerhalb von Europa sind die Deutschen wieder etwas hoffnungsvoller. Fernreisen aber auch die Anreise mit dem Flugzeug innerhalb von Europa sehen die Reiseweltmeister dahingegen weiterhin unverändert skeptisch entgegen.
Viele Fragen sich, ob bei Reisen nach Corona alles anders wird. Die Antwort: Nein! Die Deutschen ändern ihre Reisepläne nicht. Egal ob Kreuzfahrt, Camping, Clubhotel oder Backpacking. Corona scheint kein Umdenken in Bezug auf langfristige Reisepläne und Urlaubsvorlieben zu haben. In Punkto Unterkunft dürften in Zukunft aber Ferienhäuser einen kleinen Pluspunkt gegenüber den normalerweise bevorzugten Hotelzimmern haben.

 

HAVAS MEDIA CORONA MONITOR WELLE 7

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