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Havas Media Corona Monitor – Status Quo in Woche 3 der Isolation

Im Corona Ausnahmezustand kehrt langsam Normalität ein – und Medien profitieren weiterhin. Inwieweit sich das Medienverhalten sowie vom Virus betroffene Lebensbereiche in der Corona-Krise verändern, untersucht Havas Media wöchentlich mit einer repräsentativen Onlinebefragung – dem Havas Media Corona Monitor. Die Highlights aus der dritten Woche: Der Mensch ist scheinbar sehr anpassungsfähig, denn schon haben wir uns an die neue Situation gewöhnt. Nach dem ersten Schock und Konsumzurückhaltung, kommt die Lust am Onlineshopping– vor allem von Kleidung – zurück. Mittlerweile ist es normal, nur noch einmal in der Woche einen Großeinkauf zu machen und wir gewöhnen uns daran, Sachen auszuprobieren, die wir vorher noch nie gemacht haben! Aber die zunehmende Normalität fördert Langeweile. Bei quasi konstant erhöhter TV und Internet Nutzung legen nun auch andere Kanäle – allen voran Gaming – kräftig zu. Dabei ist die Aufmerksamkeit so groß wie nie zuvor – Werbung wird akzeptiert. Und nicht nur das: Die Schnelligkeit, mit der die Branche mit neuen Spots reagiert, wird vom Konsumenten honoriert.

 

Frankfurt, 06. April 2020:

Der Havas Media Corona Monitor ermittelt per Umfrage, wie sich die 14-69-jährige Bevölkerung an die Corona Krise anpasst. Dafür untersucht der Havas Media Corona Monitor in wöchentlichen Befragungswellen wie sich das Verhalten und die Stimmung der Deutschen verändert – sowohl in Bezug auf ihr Medien-nutzungsverhalten als auch auf alltägliche Lebensbereiche. Befragt werden jeweils 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung mit respondi. Die dritte Befragungswelle erfolgte vom 31. März bis 2. April, die vorigen vom 24. bis 26. sowie vom 17. bis 19. März.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Kernergebnisse aus der dritten Befragungswelle.

Gaming gegen die Langeweile

Bei unverändert hoher Internet- und TV-Nutzung, steigt in Woche 3 nun auch die Mediennutzung bei „anderen“ Kanälen. Als Bestes Mittel gegen Langeweile kommt der Steigerung um 36 Prozent nach Gaming an – und das bei allen. Vor allem regelmäßige Gamer haben ihren Spielkonsum in letzter Zeit spürbar erhöht (53%). Bei Kindern nimmt das Gaming sogar eine wichtigere Rolle als Streaming oder Video on Demand ein und wird im aktuell herrschenden Hausarrest um 35% mehr genutzt als zuvor. Bestimmt wird das Gaming von Computer und Mobile. Aber auch klassische Brettspiele finden vermehrt Einzug in deutsche Wohnzimmer, besonders bei Familien mit Kindern im Haushalt (58%).
Neben Gaming legen auch Podcasts (+21%), Zeitschriften (+21%) und Mediatheken (+11%) stark zu.

Renaissance von Radio

Obwohl die Driving Time als normaler Peak in der täglichen Radionutzung für die meisten Deutschen aktuell aufgrund der häuslichen Isolation wegfallen dürfte, genießt Radio nie da gewesene Aufmerksamkeit. Die Befragten geben an, Radio zurzeit viel intensiver zu zuhören als sonst. Darüber hinaus gibt Radio den Befragten in dieser schwierigen Zeit das Gefühl nicht allein zu sein – sei es beim Arbeiten, Putzen, zu den Mahlzeiten oder im Bad. Kein Wunder also, dass das Radio bei 80 Prozent zu Hause im Hintergrund läuft.

Corona schafft intensiveres Familienleben

Etwas Positives gibt es an der Krise wohl doch – Sie macht das Familienleben rundum intensiver und schöner. Eltern und Kinder verbringen gezwungenermaßen mehr Zeit zusammen. Die Herausforderung des Home Schooling schweißt Familien zusammen und Oma und Opa kriegen einen Digital Crash Kurs für das Videochatten mit den Enkelkindern. Generell ist derzeit mehr Zeit für die Kinder: 55 Prozent bleiben momentan länger wach als sonst und konsumieren in der Zeit auch mehr Medien, allen voran TV gemeinsam mit der Familie. Das führt zur Nostalgie-Stimmung bei den Eltern.

Alkohol gegen Corona-Frust

Alkohol ist gefragt – sogar gefragter als sonst. 20 Prozent der Befragten haben ihren Alkoholkonsum in der letzten Woche erhöht. Bei 69 Prozent ist der Alkoholkonsum gleichgeblieben. Am liebsten Trinken die Deutschen in Gesellschaft mit Personen aus dem eigenen Haushalt (61%), aber in Zeiten von Social Distancing trinkt ein Drittel zur Not auch gerne mal alleine. Besonders Jüngere trinken mehr als sonst und bleiben in kreativer Feierlaune: Partys, Drinks oder Trinkspiele via Videochat von zu Hause aus erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Fashion wieder im Shopping Fokus

In Corona Woche drei sehen wir den erwarteten Online Shopping Boom mit einer Steigerung um 46 Prozent zur 1. Befragungswelle. Das Interesse nach Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs ist weiterhin hoch, online gekauft werden diese dann aber eher selten. Der Boom für Lieferdienste bleibt aus und der Online Einkauf von Lebensmitteln fällt sogar um 40 Prozent im Vergleich zur ersten Woche. Die Bevölkerung bevorzugt stattdessen den Einkauf im Supermarkt um die Ecke. Das Einkaufen bleibt eine der wenigen Aktionen, die man aktuell noch außerhalb der eigenen vier Wände machen kann. Obwohl weiterhin alle Supermarktketten geöffnet haben, beschränkt sich der Einkauf auf weniger Einkaufsorte. Durchschnittlich wurden in der letzten Woche 2,6 Einkaufsstätten ausgesucht – in einer normalen Woche ohne Corona wären es 4,4.
Stattdessen herrscht Frühlingslaune ist gleich Shoppinglaune für die Fashion Branche. Knapp die Hälfte der befragten Online Shopper haben in der letzten Woche Kleidung online bestellt. Während in Woche 1 vor allem Elektronik als Ausstattung für das Home Office oder Home Entertainment geshoppt wurde, kauft ein Drittel der Deutschen nun vermehrt Bücher gegen die Langeweile.
Darüber hinaus ziehen es in der aktuellen Situation um die 30 Prozent der Befragten in Betracht ihre Telefon- und Stromtarife zu überprüfen und über den Abschluss einer neuen Versicherung nachzudenken.

Werbung in Zeiten von Corona kommt an

Gerade jetzt ist es den Befragten wichtig, dass Unternehmen mit Werbung kommunizieren, was sie tun. In der Krise wird Werbung bewusster wahrgenommen.  „Im Vergleich: Vor dem Coronavirus hat man in der Zeit was anderes gemacht oder weggeklickt.“, erläutert einer der Befragten.
Erstaunt sind die Konsumenten darüber, wie schnell sich die Werbung der Situation anpasst. Das kommt gut an, 56 Prozent der Befragten geben den Daumen hoch für Werbung mit Corona-Bezug.
Vorsicht ist dennoch geboten: „Ich finde es wichtig, dass Unternehmen ihrem Produkt treu bleiben. Es sollte keine übertriebene „Corona-Werbung“ gemacht werden, das erweckt bei mir den Anschein, dass die Krise ausgenutzt wird. Wichtig wäre, den Bedarf an ihren bereits existierenden Produkten zu sichern, oder ggf. gerade dringend benötigte Dinge her zu stellen. Das zeugt von sozialer Verantwortung und bleibt im Gedächtnis.

Soziale Verantwortung von Unternehmen wird wichtiger

In der Krise verändern sich die Erwartungen der Verbraucher an Meaningful Brands. Persönliche Benefits sind aktuell untergeordnet. Stattdessen stehen Funktionalität, vor allem faire Preise und Qualität, aber auch soziale Verantwortung als Arbeitgeber hoch im Kurs. Interessant ist dabei, wie schnell sich die Bedeutung von gesellschaftlichen Aspekten in der Krise verändern. So ist festzustellen, dass „Klima“ und die „Flüchtlinge“ jetzt kaum noch Thema sind.

 

 

HAVAS MEDIA CORONA MONITOR WELLE 3 

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